Touristenpiste

Das Hansa-Gymnasium in Stralsund schmückt sich in feinster Backsteingothik

Das Hansa-Gymnasium in Stralsund schmückt sich in feinster Backsteingotik.

Auf Schloss Spycker wird Tradition bewahrt: Das Restaurant ist nach dem schwedischen Gouverneur von Wrangel benannt, und im Schlosspark stehen noch die alten Buchen aus der Schwedenzeit.

Auf Schloss Spycker wird Tradition bewahrt: Das Restaurant ist nach dem schwedischen Gouverneur von Wrangel benannt, und im Schlosspark stehen noch die alten Buchen aus der Schwedenzeit.

Rügen, 8. Dezember 2015 – Die Hauptverkehrsachse der Insel stand bislang bei Touristen und Einheimischen wegen der Dauerbaustellen und Staus lange in Verruf. „Die größte Staufalle war bislang die Ampelkreuzung plus Bahnübergang in Samtens – damit ist Schluss, wenn am Dienstag die B 96n freigegeben wird“, freut sich Kai Gardeja, Chef der Touristikzentrale Rügen. Für Kultur- und Naturliebhaber verbindet die B 96 zwei Welterbestätten der Unesco: Die „Backsteingotik in Stralsund“ und die „Alten Buchenwälder“ im Naturpark Jasmund.

Markante Erscheinung ist im Verlauf der B 96 Der schmale Damm zwischen dem Großen und dem Kleinen Jasmunder Bodden bei Lietzow und das Schlösschen Lichtenstein am Ortseingang.

Markante Erscheinung ist im Verlauf der B 96 Der schmale Damm zwischen dem Großen und dem Kleinen Jasmunder Bodden bei Lietzow und das Schlösschen Lichtenstein am Ortseingang.

Von Altefähr an folgt die B 96 historischen Wegstrecken: der Schwedenstraße und der Route der Backsteingotik. Zu letzter zählt vor allem die St.-Marienkirche in Bergen, die von 1180 an erbaut wurde (die Kirchturmuhr einhält eine Kuriosität). Auf der Ostroute der Schwedenstraße trifft man Gut Spyker in Sagard, das an die Zeit erinnert, als Rügen noch zum Königreich Schweden gehörte. Im Schloss Spyker, heute nobles Hotel und Restaurant mit historischem Park, residierte einst der schwedische Feldmarschall und Staatsmann Carl Gustav Wrangel. Vor genau 200 Jahren kam die ehemalige Schwedeninsel zu Preußen. Wer sie heute von oben sehen will, der biegt bei Teschenhagen von der B 96 ab und bucht am Flugplatz Güttin einen Rundflug.

Kenn kaum jemand: Krüppelbuchen im Hexenwald am Rande der B 96 bei Lietzow.

Kennt kaum jemand: Krüppelbuchen im Hexenwald am Rande der B 96 bei Lietzow.

Der schmale Damm zwischen dem Großen und dem Kleinen Jasmunder Bodden bei Lietzow ist für Touristen immer wieder ein „Seherlebnis“, hat man doch gleichzeitig Sicht auf den Kleinen und den Großen Jasmunder Bodden. Gebaut wurde der Damm 1868 für die Straßen- und 1891 für die Bahnverbindung. In den Jahren darauf leistete sich der Eisenbahntechniker Bopp den Bau einer Villa mit fünfgeschössigem Turm – eine markante Erscheinung direkt am Hang hinter dem Ortseingang. Die Lietzow-Kultur hat nichts mit Theaterwochen oder Konzertreihen zu tun, sondern mit der Frühgeschichte von Rügen. Hier fand man Hinterlassenschaften der ersten fest siedelnden Insulaner, die in der jüngeren Steinzeit Tausende von Waffen und Geräten aus Feuerstein quasi fabrikmäßig herstellten. Als Lietzow-Kultur aus dem fünften Jahrtausend v. Chr. ging dieser Zeitabschnitt in die Literatur ein. In Sassnitz endet die B 96. Für Touristen ist der Fischereihafen Ausgangspunkt für die Ausflugsschiffe zur Kreideküste.

Dass nicht alle mit dem Großprojekt glücklich sind, kannst Du in diesem Interview lesen ..

1 Antwort zu Touristenpiste

  1. Wolfgang Heun sagt:

    Es ist hier wie damals, als es in der Regional-Presse, als die B 96n im Anschluss an die Rügenbrücke auf der Insel weitergeführt werden sollte, fast nur Beiträge veröffentlicht wurden, die gegen die neue Straße waren. Die Autoren waren meist Leute, die nicht an der damals schon viel befahrenen alten B 96 gewohnt haben.
    Rambiner Bürgerinnen und Bürger, die an der Hauptstraße wohnen und unter dem zunehmenden Verkehrslärm mehr und mehr zu leiden hatten, deren Häuser deshalb an Wert verloren, gründeten eine Bürgerinitiative „Ja zur B96 n“. Damit kamen nun auch Befürworter der neuen Straße zu Wort. Sie ließen sich nicht beirren, als man in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die entsprechenden Banner sogar von Privatgrundstücken entfernten und stahlen. Die legal aufgestellten Schilder der Initiative „Ja zur B 96n“am Eingang des Dorfes wurden übermalt. Über diese kriminellen Machenschaften wurde nicht berichtet. Die Bürgerinitiative machte in ihrem Tun für ein ruhiges Dorf friedlich weiter, übermalte die Schilder der Gegner nicht. Als Frau Merkel den Abschnitt Samtens-Altefähr eröffnete, befanden sich auf der Brücke nach Kasselvitz Mitglieder der Bürgerinitiative „Ja zur B96n“ und viele Sympathisanten der neuen Straße und einige Mitglieder der Bürgerinitiative „Rio“ friedlich nebeneinander. Auf einem Plakat der erstgenannten wurde der Dank für die Beruhigung des Dorfes Rambin deutlich gemacht. Das erschien in der OZ nicht. Dafür wurde behauptet, dass auf der Brücke nur Gegner der neuen Straße standen.
    Das muss auch genannt werden, wenn man die Auseinandersetzungen über die neue Straße beschreibt. Es gibt heute in Rambin m.E. nur wenige, die sich über die neue Straße und die Ruhe im Dorf ärgern.

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